Kreuzweg-Zyklus

Kreuzweg

In den Evangelien der Heiligen Schrift ist uns der Kreuz- und Leidensweg unseres Herrn Jesus Christus mit vielen Einzelheiten überliefert. Fromme Christen sind diesen bekannten Kreuzweg in Jerusalem oftmals in Gebet und Betrachtung gegangen. Da sich Fahrten ins "Heilige Land" nur weinige leisten konnten, kamen gläubige Menschen auf die Idee, den Kreuzweg Jesu mit seinen Begegnungen und Ereignissen nachzubilden.

Sehr wahrscheinlich hat zum ersten Mal im 15. Jahrhundert ein Dominikaner in Spanien in Form von kleinen Kapellen einen Kreuzweg gebaut. Schnell fand dies in Europa zahlreiche Nachahmer. Zuerst schwankte die Zal der Stationen von zehn bis zwanzig und mehr; schließlich setzte die Kirche die Zahl der Stationen auf vierzehn fest. Oft wird noch eine fünfzehnte Station dazu genommen: Die Auferstehung. Denn die  Botschaft des Kreuzes ist ja die Botschaft der Auferstehung.

Die Gemälde der Kreuzwegstationen in der Gartenkirche

Während der Fastenzeit hängen unter den Seitenemporen 14 Gemälde der Kreuzwegstationen von Julius Volmar, entstanden um 1980. Sie laden ein zu Besinnung und Andacht.

Die Person des Künstlers spiegelt sich in dem von ihm gestalteten Kreuzweg wider. Hinweise auf sein Leben (1916-1985) eröffnen einen eigenen Zugang zu diesem Kunstwerk.

Julius Volkmar wurde  in Heidelberg geboren, wo er die Schule besuchte und den Beruf des Schriftsetzers erlernte. In Heidelberg empfing er bei Professor Grass auch Zeichen- und Malunterricht. Als Soldat im 2. Weltkrieg wurde er im Alter von 25 Jahren am Kopf lebensgefährlich verwundet. Wieder genesen, durfte er 1942/43 bei Emile Dorée in Paris Meisterschüler werden. Im Alter von 33 Jahren erlitt er einen zweiten schweren Schicksalsschlag: bei einem Zugunfall verlor er beide Beine und den linken Arm. Doch das ihm auferlegte Geschick hat ihn nicht ermutigt. Nach jahrelanger Rehabilitation war er ab 1953 in Giengen/Benz als freiberuflicher Kunstmaler und Grafiker tätig. In etlichen Ausstellungen stellte er seine Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit vor.

Geschichten der Bibel spielen in seinem Werk immer wieder eine besondere Rolle, so die drei Männter im Feuerofen aus dem dritten Kapitel des Buches Daniel oder die Sterndeuter aus dem Morgenland, die nach dem Bericht des Evanglisten Matthäus den Heiland der Welt in der Niedrigkeit der Krippe finden.

Julias Volkmar hat dem von ihm gemalten Kreuzweg ein Jesuswort vorangestellt, das den Betrachter einlädt, trotz aller Widrigkeiten dem zu vertrauen, der selbst durch die tiefsten Dunkelheiten gegangen ist. Dieses Wort Jesu Christi sagt uns: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14,6)

Holzschnitt
Heilige drei Könige (Holzschnitt)

Weitere Werke von Julius Volmar

Holzschnitt
Zachäus (Holzschnitt)
Kreuzweg 01 Verrat des Judas Matthäus 26, 14-16
Verrat des Judas (Matthäus 26,14-16)

Station 1

Gartenkirche Hannover Kreuzweg 02 Jesus wird verurteilt Matthäus 27, 24-26
Jesus wird verurteilt (Matthäus 27, 24-26)

Station 2

Station 03
Jesus wird verspottet (Johannes 19, 1-5)

Station 3

Station 04
Petrus verleugnet Jesus (Matthäus 26, 69-75)

Station 4

Station 05
Jesus nimmt das Kreuz auf sich (Johannes 19, 16b-17)

Station 5

Station 06
Jesus begegnet seiner Mutter (Johannes 19, 25-27)

Station 6

Station 07
Jesus fällt unter dem Kreuz (Jesaja 53)

Station 7

Station 08
Simon von Kyrene übernimmt das Kreuz (Lukas 23, 26)

Station 8

Station 09
Jesus begegnet den weinenden Frauen (Lukas 23, 27-28)

Station 9

Station 10
Jesus wird seiner Kleider beraubt (Johannes 19, 23-24)

Station 10

Station 11
Jesus wird ans Kreuz geschlagen (Lukas 23, 33-34a)

Station 11

Station 12
Jesus stirbt am Kreuz (Johannes 19, 28-30)

Station 12

Station 13
Jesu Leichnam im Schoß seiner Mutter (Johannes 19, 38-40)

Station 13

Station 14
Jesus wird ins Grab gelegt (Johannes 19, 41-42)

Station 14